Wie sinnhaft ist eigentlich die Sinnfrage?

Wir versuchen Situationen, Zufälle, Begegnungen …. einen Sinn zu geben.

Und wir versuchen permanent nach dem Sinn des Lebens zu suchen.

Was, wenn es keinen gibt? Wenn Dein Kopf Dich mit dieser Frage quält und pisackt und Du einfach keine Antwort findest. Du machst Dich auf die Suche und suchst und suchst und suchst, Tage, Wochen, Monate, Jahre und parallel weil Du keinen Sinn findest – leidest Du. Vielleicht machst Du Dich auf den Weg, vielleicht sitzt Du daheim in Deiner Wohnung und vergräbst Dich mit dieser Frage.

Es ist ein Teufelskreis in dem Du Dich gerade befindest. Du suchst und findest nichts Da Du nichts findest, fühlst Du Dich nicht gut. Du leidest. Also gräbst Du tiefer. Es muß ihn doch geben. Alle reden davon. Also noch tiefer graben. Und Deine Stimmung geht immer mehr in den Keller. Du sprichst mit Deinen Freunden – die können die Leier schon nicht mehr hören und wenden sich ab. Zu Deiner erfolglosen Suche kommt dann noch die Einsamkeit. Na prima hingekriegt!! Sarkasmus schleicht sich auch noch ein.

Wenn Du hier angekommen bist, treibt Dich dieses Gedankenkarussell nur noch tiefer in die Sinnlosigkeit. Du fängst an alles infrage zu stellen.

Lachende Personen > ach, die betrügen sich doch alle selbst

die Sonne ist herrlich warm > warte mal ab, es wird schon wieder regnen und kalt werden

ein liebendes Paar > auch Du wirst noch betrogen werden

Überall findest Du ein Haar in der Suppe und gibt Dir einen Grund und natürlich auch das Recht zu meckern und zu kritisieren. Du musst doch die anderen aufklären und ihnen zeigen, das sie sich auf dem Holzweg befinden.

Du überträgst Deinen Gram auf Situationen und Menschen.

Und alles nur weil Du Dich in dieser Phase Deines Lebens die Sinnfrage für Dich nicht geklärt hast. Alle um Dich herum kennen ihr warum, das denkst Du zumindest. Du bist ganz alleine und weißt nicht, was Du mit Deinem Leben anstellen sollst. Die Sinnfrage nicht geklärt und dazu kommt noch Langeweile. Also beschäftigst Du Dich weiter mit der Frage, die Deinen eigenen Teufelskreis befeuert.

Dein Selbstmitleid wächst und Du verbreitest Leid. Willkommen in einer depressiven Verstimmung – vielleicht auch eine Depression. Gibt es Möglichkeiten die abwärts Spirale zu stoppen?

Wie wäre es, wenn Du die Sinnfrage einfach nicht mehr stellst?

Oder Dir erlaubst, keine Antwort auf die Frage bis dato gefunden zu haben ohne Dich dafür fertig zu machen.

Das Schlimme in dieser Phase ist, das Du Deinen Gedanken nicht trauen kannst. Die haben Dich dort hingebracht. Und holen Dich dort nicht wieder heraus.

Du denkst etwas und Dein Kopf will jetzt beweisen, das Du Recht hast. Und Du findest Argumente, warum dieses oder jenes genau so ist. Also hast Du Recht. Basta!

Und genau hier liegt auch das Problem. Eine Art Trotz und innerer Groll, der so tief vergraben ist, das Du keinen Zugang zu ihm hast – vergiftet Deinen Kopf.

Eine Möglichkeit aus dem Kopfkino auszusteigen ist, ins Handeln zukommen. Mache etwas. Leichte körperliche Arbeiten – putzen, aufräumen, abwaschen – etwas mit den Händen tun bei dem Du Dich in die Arbeit fallen lassen kannst. Der Trick ist: Bewegung!! So schwer es auch fallen mag. So gelähmt Du Dich auch fühlst.

Erkenne, wenn Du in den Widerstand gehst … bist Du wahrscheinlich wieder im Kopf. Wieso soll ich das tun? Das ist Blödsinn. Quatsch mit Soße!

Lass Deine Gedanken Gedanken sein und höre nicht auf sie. In dieser Phase höre Dir nicht zu. Die Warumfrage bringt Dich nicht weiter. Die gute Nachricht ist – gehe durch diese Phase. Je mehr Du kämpfst, desto länger dauert sie. Wie Kassiopeia in Momo. Je schneller die grauen Herren gehen wollten um Kassiopeia zu fangen, desto langsamer wurden sie. Je mehr Du willst…. Deine Chance ist nachgeben. Dann gib nach. Bis Du in der Talsohle Deiner Gefühlswelt angekommen bist. Das wird wehtun, schmerzvoll sein. Diese Gefühle wollen gefühlt sein. Drück sie nicht weg. Ich weiß, das geht schnell und ist vermeintlich einfach und verlängert den Prozess. Sei sanft und weich und liebevoll zu Dir selbst. Das paradoxe ist: Der Schmerz wird gehen, wenn er sein darf und Du Dich auf das Abenteuer einlässt, ihn zu fühlen.